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Viskose - die vielseitige Faser aus Holzcellulose

❤️ Haupteigenschaften Weich, fließend, atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend 

⭐ Besondere Vorteile Angenehmer Tragekomfort, seidiger Griff und vielseitige Einsatzmöglichkeiten 

🌍 Herkunft Viskose wird aus Holzzellstoff hergestellt und zählt zu den chemisch regenerierten Cellulosefasern 

🌱 Nachhaltigkeit und Zertifizierungen Die Nachhaltigkeit von Viskose hängt unter anderem von Rohstoffherkunft und Herstellungsverfahren ab. Zertifizierungen wie FSC®, PEFC® oder LENZING™ ECOVERO™ und Livaeco von Birla Cellulose™ können Hinweise auf bestimmte Nachhaltigkeitsstandards geben. 

💧 Pflege Pflegeetikett beachten, bei niedrigen Temperaturen und schonend waschen, nicht wringen und möglichst in Form trocknen.


Was ist Viskose?

Viskose ist eine chemisch regenerierte Cellulosefaser, die aus Holzzellstoff hergestellt wird. Ausgangsmaterial ist Cellulose aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz. Durch chemische Verfahren entsteht daraus eine spinnbare Faser. 

Anders als Baumwolle oder Leinen zählt Viskose nicht zu den klassischen Naturfasern. Gleichzeitig gehört sie nicht zu den vollsynthetischen Fasern wie Polyester. Wie auch Modal oder Lyocell wird Viskose den sogenannten Regeneratfasern (chemisch regenerierten Cellulosefasern) zugeordnet. 

Viskose überzeugt durch ihren weichen Griff, ihren fließenden Fall und ihre guten feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften. Deshalb kommt die Faser häufig für Kleidung, Heimtextilien und Accessoires zum Einsatz. 

Aufgrund ihrer angenehmen Trageeigenschaften und ihrer seidigen Haptik wird Viskose häufig als Alternative zu Naturfasern oder Seide eingesetzt. Diese Eigenschaften haben ihr auch die Bezeichnung „Kunstseide“ eingebracht.

Herkunft und Geschichte von Viskose

Die Entwicklung des Viskoseverfahrens geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Der Franzose Georges Audemars legte mit seinen Experimenten zur Herstellung künstlicher Fasern aus Pflanzenzellulose wichtige Grundlagen. Die britischen Chemiker Charles Frederick Cross, Edward John Bevan und Clayton Beadle schafften mit ihrem Verfahren zur Herstellung von Viskosefasern wenige Jahre später den Durchbruch für die industrielle Produktion. 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich Viskose als kostengünstige Alternative zu Seide zunehmend durch. Aufgrund ihres seidigen Griffs und ihres fließenden Falls erhielt die Faser die Bezeichnung „Kunstseide“. 

Die Grundlage für Viskose bildet Cellulose, die heute überwiegend aus Holz gewonnen wird. Als Rohstoff dienen vor allem schnell wachsende Baumarten wie Buche, Eukalyptus, Fichte oder Kiefer. 

Viskose wird heute weltweit hergestellt und zählt zu den wichtigsten Textilfasern überhaupt. Innerhalb der Regeneratcellulosefasern stellt Viskose den größten Anteil der weltweiten Produktion. Zu den bedeutenden Produktionsländern zählen unter anderem China, Indien, Indonesien und verschiedene europäische Länder. Die Herkunft des verwendeten Holzes sowie die Bedingungen der Weiterverarbeitung unterscheiden sich je nach Hersteller und Produkt.

Wie wird Viskose hergestellt?

Die Grundlage für Viskose bildet Cellulose, die aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz gewonnen wird. Als Rohstoff dienen vor allem schnell wachsende Baumarten wie Buche, Eukalyptus, Fichte oder Kiefer. 

Die Cellulose wird zunächst aus dem Holz gelöst und zu Zellstoff verarbeitet. Anschließend wird dieser Zellstoff in mehreren chemischen Schritten aufbereitet. Dabei kommen unter anderem Natronlauge und Schwefelkohlenstoff zum Einsatz. So entsteht eine zähflüssige Spinnmasse, die als „Viskose“ bezeichnet wird. 

Im sogenannten Nass-Spinnverfahren wird diese Masse durch feine Spinndüsen gepresst und in ein Fällbad geleitet. Dort regeneriert sich die Cellulose zu festen Fasern, die anschließend gewaschen, getrocknet und zu Garnen weiterverarbeitet werden können. 

Die Herstellung von Viskose umfasst mehrere chemische Prozessschritte. Dabei entstehen unter anderem Schwefelkohlenstoff und Schwefelwasserstoff als problematische, toxische Nebenprodukte. Wie umweltverträglich die Produktion ist, hängt wesentlich von den eingesetzten, technischen Verfahren und den jeweiligen Umweltstandards ab. 

Neben klassischer Viskose gibt es weitere Regeneratfasern wie Modal oder Lyocell. Während Modal auf einem weiterentwickelten Viskoseverfahren basiert, wird Lyocell mit einem anderen, unproblematischen Lösungsmittel in einem weitgehend geschlossenen Kreislauf hergestellt. Dieses Verfahren gilt als prozessseitig umweltfreundlicher. Weitere Informationen finden sich im Material-Lexikon-Beitrag zu Lyocell.

Eigenschaften von Viskose

Viskose wird vor allem aufgrund ihres weichen Griffs, ihres fließenden Falls und ihrer guten Feuchtigkeitsaufnahme geschätzt. Viele Eigenschaften von Viskose ähneln denen von Naturfasern, obwohl es sich um eine chemisch regenerierte Cellulosefaser handelt. 

Weich und hautfreundlich 

Viskose besitzt einen weichen, häufig als seidig beschriebenen Griff. Dadurch fühlt sich die Faser angenehm auf der Haut an und wird gerne für Kleidung verwendet, die direkt auf der Haut getragen wird. Neben ihrer Weichheit zeichnet sich Viskose häufig auch durch einen dezenten, seidenähnlichen Glanz aus. 

Fließender Fall 

Ein typisches Merkmal von Viskose ist ihr fließender Fall. Die Faser legt sich weich an den Körper an und eignet sich deshalb besonders für Kleider, Blusen, Röcke und Schals. 

Atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend 

Viskose kann Feuchtigkeit im Verhältnis zum Gewicht gut aufnehmen und wieder an die Umgebung abgeben. Dadurch gilt die Faser als atmungsaktiv und sorgt häufig für ein angenehmes Tragegefühl. Diese Eigenschaften machen Viskose, insbesondere für leichte Kleidung, beliebt. Viele Menschen empfinden Viskose zudem als angenehm kühl auf der Haut. Deshalb wird die Faser besonders häufig für Sommerkleidung eingesetzt. 

Gute Färbbarkeit 

Viskose lässt sich sehr gut färben. Farben wirken häufig brillant und intensiv, weshalb die Faser für farbenfrohe Stoffe und Druckdessins geschätzt wird. H3: Geringe Elastizität Viskose besitzt von Natur aus nur eine geringe Elastizität. Dadurch kann die Faser stärker knittern als viele andere Materialien und reagiert empfindlicher auf mechanische Belastungen. 

Geringere Festigkeit im nassen Zustand 

Ein wichtiges Merkmal von klassischer Viskose ist ihre geringere Festigkeit im nassen Zustand. Nasse Viskose kann empfindlicher auf Dehnung und Reibung reagieren. Deshalb empfiehlt sich eine besonders schonende Pflege. 

Geringe elektrostatische Aufladung 

Im Vergleich zu vielen synthetischen Fasern neigt Viskose nur wenig zu elektrostatischer Aufladung. Dadurch kommt es beim An- und Ausziehen seltener zu statischen Effekten.

Vorteile von Viskose

Viskose wird aufgrund ihrer angenehmen Trageeigenschaften für viele unterschiedliche Kleidungsstücke geschätzt. Die Kombination aus weichem Griff, fließendem Fall und guter Feuchtigkeitsaufnahme macht die Faser besonders vielseitig. 

Hoher Tragekomfort 

Viskose fühlt sich weich auf der Haut an und überzeugt durch ihre guten feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften. Viele Menschen empfinden die Faser deshalb auch an warmen Tagen als angenehm zu tragen. 

Fließender Fall und vielseitige Einsatzmöglichkeiten 

Durch ihren fließenden Fall eignet sich Viskose besonders für Kleider, Blusen, Röcke, Schals und weitere leichte Textilien. Gleichzeitig lässt sich die Faser vielseitig verarbeiten und kommt sowohl bei Kleidung als auch bei Heimtextilien zum Einsatz. 

Brillante Farben und vielfältige Dessins 

Viskose lässt sich sehr gut färben. Dadurch können Stoffe in zahlreichen Farbnuancen und mit ausdrucksstarken Mustern hergestellt werden. Besonders bei farbenfrohen Druckdessins wird diese Eigenschaft geschätzt. 

Geringe elektrostatische Aufladung 

Im Vergleich zu vielen synthetischen Fasern neigt Viskose nur wenig zu elektrostatischer Aufladung. Dadurch kommt es beim Tragen seltener zu statischen Effekten.

Nachteile von Viskose

Viskose bringt einige materialtypische Eigenschaften mit sich, die je nach Verwendungszweck berücksichtigt werden sollten. 

 Geringere Festigkeit im nassen Zustand 

Klassische Viskose besitzt im nassen Zustand eine geringere Festigkeit. Nasse Textilien können daher empfindlicher auf Dehnung und Reibung reagieren. Eine schonende Pflege ist in der Folge besonders wichtig. 

 Geringe Elastizität und Knitterneigung 

Viskose verfügt von Natur aus nur über eine geringe Elastizität. Dadurch kann die Faser leichter knittern und ihre Form weniger gut behalten als einige andere Materialien. 

 Aufwändiger Herstellungsprozess mit Nebenprodukten 

Die Herstellung von Viskose umfasst mehrere chemische Prozessschritte, bei denen Schwefelkohlenstoff und Schwefelwasserstoff als problematische Nebenprodukte entstehen. Wie umweltverträglich die Produktion ist, hängt daher wesentlich von den eingesetzten, technischen Verfahren und den jeweiligen Umweltstandards ab.


Pflege von Viskose

Die richtige Pflege trägt dazu bei, die Weichheit, Passform und die angenehmen Trageeigenschaften von Viskose möglichst lange zu erhalten. Maßgeblich sind dabei stets die Pflegehinweise auf dem jeweiligen Etikett. Sie geben unter anderem die maximale Waschtemperatur sowie Hinweise zum Trocknen und Bügeln gemäß der internationalen Pflegesymbole vor. 

Waschen und Trocknen 

Standard-Viskose besitzt im nassen Zustand eine geringere Festigkeit und reagiert daher empfindlicher auf mechanische Belastungen. Eine schonende Pflege ist deshalb besonders wichtig. 

Für viele Kleidungsstücke eignen sich niedrige Waschtemperaturen von 30 °C bis 40 °C. Welche Temperatur tatsächlich geeignet ist, richtet sich immer nach dem Pflegeetikett des jeweiligen Produkts. 

Für die Reinigung empfiehlt sich ein flüssiges Feinwaschmittel ohne Bleichmittel. Empfindliche Kleidungsstücke können per Handwäsche gereinigt werden. Alternativ eignet sich häufig ein Schonwaschgang der Waschmaschine. Kleidungsstücke aus Viskose sollten zudem auf links gewaschen werden, um Farben und Oberflächen möglichst lange zu schonen. Es ist außerdem sinnvoll, die Wäsche nach Farben zu sortieren. 

Da Viskose im nassen Zustand empfindlicher reagiert, sollten die Textilien nicht stark gerieben, verdreht oder ausgewrungen werden. Nach dem Waschen empfiehlt es sich, die Kleidungsstücke vorsichtig in Form zu ziehen und liegend an der Luft zu trocknen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da sie zum Verblassen der Farben beitragen kann. 

Bügeln und Form erhalten 

Viskose kann aufgrund ihrer geringen Elastizität zum Knittern neigen. Viele Falten lassen sich leichter glätten, wenn die Textilien leicht feucht sind. Zum Bügeln eignet sich in der Regel eine niedrige bis mittlere Temperatur, sofern das Pflegeetikett keine abweichenden Hinweise enthält. 

Reparieren statt ersetzen 

Kleine Löcher, gelöste Nähte oder fehlende Knöpfe müssen nicht zwangsläufig das Ende eines Kleidungsstücks bedeuten. Oft lassen sich Textilien mit wenigen Handgriffen reparieren und über viele Jahre weiter nutzen. Das kann dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und Lieblingsstücke länger zu erhalten. 

Die Beachtung der Pflegehinweise trägt dazu bei, die Passform und die angenehmen Trageeigenschaften von Viskose möglichst lange zu erhalten.

Nachhaltigkeit und Zertifizierung von Viskose

Die Nachhaltigkeit von Viskose lässt sich nicht allein anhand des Materials beurteilen. Neben dem Rohstoff spielen auch die Herstellung, die Weiterverarbeitung, die Nutzung und die Lebensdauer eines Produkts eine wichtige Rolle. 

Viskose wird häufig als nachhaltigere Alternative zu vollsynthetischen Fasern betrachtet, da sie auf Cellulose aus Holz und damit auf einem nachwachsenden Rohstoff basiert. Die Nachhaltigkeit hängt jedoch wesentlich davon ab, aus welchen Quellen das verwendete Holz stammt. 

Ein wichtiges Risiko besteht darin, dass der Holzrohstoff aus alten oder gefährdeten Wäldern sowie aus anderen kontroversen Quellen stammen kann. Zertifizierungen wie FSC® (Forest Stewardship Council) oder PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) können Hinweise darauf geben, dass das Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt und entlang der Lieferkette rückverfolgbar ist. Diese Zertifizierungen beziehen sich jedoch ausschließlich auf den Rohstoff Holz und treffen keine Aussagen über die Umweltwirkungen des eigentlichen Faserherstellungsprozesses. 

Zur Bewertung der Rohstoffbeschaffung hat die Umweltorganisation Canopy die CanopyStyle-Initiative ins Leben gerufen. Der jährlich veröffentlichte Hot Button Report bewertet Viskosehersteller unter anderem hinsichtlich ihrer Rohstoffquellen und ihres Umgangs mit gefährdeten Wäldern. Dabei handelt es sich nicht um ein Zertifizierungssystem, sondern um eine unabhängige Bewertung durch eine Nichtregierungsorganisation. Auditierte Faserhersteller müssen dieses Audit auch veröffentlichen. 

Reine Viskose besteht aus Cellulose und ist grundsätzlich biologisch abbaubar. Im Gegensatz zu synthetischen Fasern setzt reine Viskose beim Waschen kein persistentes Mikroplastik frei. Gleichzeitig gilt: Auch Viskose kann Mikrofasern abgeben. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass unbehandelte Cellulosefasern biologisch abgebaut werden können, während synthetische Mikrofasern über lange Zeiträume in der Umwelt verbleiben können. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Herstellungsverfahren. Die Produktion von klassischer Viskose umfasst mehrere chemische Prozessschritte. Dabei kommen unter anderem Natronlauge und Schwefelkohlenstoff zum Einsatz. Außerdem entstehen Schwefelkohlenstoff und Schwefelwasserstoff als problematische, toxische Nebenprodukte. Wie umweltverträglich die Herstellung tatsächlich ist, hängt daher wesentlich von den eingesetzten technischen Verfahren, der Rückgewinnung von Chemikalien und den jeweiligen Umweltstandards ab. 

Moderne Herstellungsverfahren setzen zunehmend auf geschlossene Chemikalienkreisläufe, um Emissionen zu reduzieren und eingesetzte Stoffe zurückzugewinnen. Einige Hersteller orientieren sich zudem an Standards wie ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals), die Anforderungen an den Umgang mit Chemikalien in der Textilproduktion und speziell auch für die Viskoseproduktion definieren. 

In der Regel gelten Markenfasern wie LENZING™ ECOVERO™ oder Livaeco von Birla Cellulose™ als nachhaltigere Alternativen zur klassischen Viskose. Die Hersteller setzen unter anderem auf zertifizierte Holzquellen (z. B. FSC® oder PEFC) sowie auf Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen, zu sicherem Chemikalienmanagement und zur Rückgewinnung von Chemikalien. Weitere Informationen zu LENZING™ ECOVERO™ und Livaeco von Birla Cellulose™ finden sich im entsprechenden Material-Lexikon-Beitrag. 

Auch Lyocell wird häufig als nachhaltigere Alternative zu klassischer Viskose betrachtet. Die Faser wird mit einem anderen, weniger problematisch geltenden Lösungsmittel in einem weitgehend geschlossenen Kreislauf hergestellt. Weitere Informationen finden sich im Material-Lexikon-Beitrag zu Lyocell. 

Für einen neutralen Überblick über verschiedene Textilsiegel und deren Aussagekraft können Informationsangebote wie Siegelklarheit oder Label-online herangezogen werden. 

Letztlich hängt die Nachhaltigkeit eines Produkts nicht nur vom Material selbst ab. Eine sorgfältige Pflege, schonende Waschverfahren, formgerechtes Trocknen sowie kleine Reparaturen können erheblich dazu beitragen, die Lebensdauer von Textilien aus Viskose zu verlängern und Ressourcen zu schonen.

Einige unserer Produkte aus Viskose


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Viskose: Häufig gestellte Fragen


Was ist Viskose? 

Viskose ist eine chemisch regenerierte Cellulosefaser, die aus Holzzellstoff hergestellt wird. Ausgangsmaterial ist Cellulose aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Viskose zählt weder zu den klassischen Naturfasern noch zu den vollsynthetischen Fasern, sondern zu den sogenannten Regeneratfasern, zu denen auch Modal und Lyocell gehören. 

Wie wird Viskose hergestellt? 

Zunächst wird aus Holz Cellulose gewonnen und zu Zellstoff verarbeitet. Anschließend wird der Zellstoff in mehreren chemischen Schritten aufbereitet, bis eine spinnbare Masse entsteht. Diese wird im sogenannten Nass-Spinnverfahren durch feine Düsen gepresst und zu Fasern verarbeitet. 

Ist Viskose eine Kunstfaser oder eine Naturfaser? 

Viskose wird weder den klassischen Naturfasern noch den vollsynthetischen Kunstfasern zugeordnet. Sie gehört zu den Regeneratfasern (chemisch regenerierte Cellulosefasern). Zwar basiert Viskose auf dem natürlichen Rohstoff Cellulose aus Holz, die Faser selbst entsteht jedoch erst durch ein chemisches Herstellungsverfahren. 

Welche Eigenschaften hat Viskose? 

Viskose zeichnet sich durch einen weichen Griff, einen fließenden Fall und gute feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften aus. Darüber hinaus lässt sich die Faser sehr gut färben und wird häufig aufgrund ihres angenehmen Tragekomforts geschätzt. Ihr weicher Griff und ihr dezenter Glanz erinnern zudem an Seide. 

Ist Viskose atmungsaktiv? 

Ja, Viskose gilt als atmungsaktiv. Die Faser kann Feuchtigkeit gut aufnehmen und wieder an die Umgebung abgeben. Viele Menschen empfinden Kleidung aus Viskose deshalb insbesondere an warmen Tagen als angenehm und kühl auf der Haut. 

Ist Viskose nachhaltig? 

Die Nachhaltigkeit von Viskose lässt sich nicht pauschal beurteilen. Positiv ist, dass Viskose aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt wird und grundsätzlich biologisch abbaubar ist. Gleichzeitig sind der chemische Herstellungsprozess sowie mögliche Risiken bei der Holzbeschaffung kritisch zu betrachten. In der Regel gelten Markenfasern wie LENZING™ ECOVERO™ oder Livaeco von Birla Cellulose™ sowie Lyocell aufgrund zertifizierter Rohstoffe oder und optimierter Herstellungsverfahren als nachhaltigere Alternativen zur klassischen Viskose. 

Ist Viskose biologisch abbaubar? 

Reine Viskose besteht aus Cellulose und ist grundsätzlich biologisch abbaubar. Wie schnell sich ein Textil zersetzt, hängt jedoch unter anderem von Ausrüstungen, Färbungen, Materialmischungen und den jeweiligen Umweltbedingungen ab. 

Enthält Viskose Mikroplastik? 

Reine Viskose setzt beim Waschen kein persistentes Mikroplastik frei, da die Faser auf Cellulose basiert. Allerdings können auch Viskosefasern Mikrofasern (aus Cellulose) abgeben. Im Unterschied zu synthetischen Fasern sind unbehandelte Cellulosefasern grundsätzlich biologisch abbaubar. 

Wie wäscht man Viskose? 

Viskose sollte möglichst schonend gewaschen werden. Für viele Kleidungsstücke eignen sich niedrige Waschtemperaturen von 30 °C bis 40 °C. Empfohlen werden ein Schonwaschgang oder Handwäsche sowie ein flüssiges Feinwaschmittel ohne Bleichmittel. Maßgeblich für die Pflege sind jedoch immer die Hinweise auf dem Pflegeetikett. 

Geht Viskose beim Waschen ein? 

Viskose kann beim Waschen einlaufen oder ihre Form verändern, insbesondere wenn sie hohen Temperaturen oder starker mechanischer Belastung ausgesetzt wird. Eine schonende Wäsche, niedrige Temperaturen und das Trocknen in Form können dazu beitragen, die Passform möglichst lange zu erhalten. 

Warum wird Viskose auch Kunstseide genannt? 

Viskose besitzt einen weichen Griff, einen fließenden Fall und häufig einen dezenten Glanz. Aufgrund dieser Eigenschaften wurde die Faser bereits früh als kostengünstige Alternative zu Seide eingesetzt und erhielt die Bezeichnung „Kunstseide“. 

Was ist der Unterschied zwischen Viskose und Lyocell? 

Sowohl Viskose als auch Lyocell gehören zu den Regeneratfasern und werden aus Cellulose hergestellt. Sie unterscheiden sich jedoch vor allem im Herstellungsverfahren und der Art des Lösungsmittels. Zudem ermöglicht das Lyocellverfahren einen weitgehend geschlossenen Lösungsmittelkreislauf. Weitere Informationen finden sich im Material-Lexikon-Beitrag zu Lyocell.