Nachhaltigkeit
Fairer Handel bei DW-Shop – gelebte Verantwortung seit 1976
Seit 1976 gestaltet DW-Shop fair gehandelte Mode, die Wirkung zeigt: im Alltag unserer Kundinnen und im Leben der Menschen, die sie herstellen.
Hinter unseren Produkten stehen Menschen mit handwerklichem Können, Erfahrung und Geschichten. Viele unserer Produzentinnen und Produzenten begleiten uns bereits seit vielen Jahren. Uns verbinden faire und langfristige Partnerschaften, die auf Vertrauen, Dialog und gegenseitigem Respekt beruhen.
Für DW-Shop bedeutet fairer Handel mehr als die Einhaltung von Standards. Im Mittelpunkt stehen langfristige Beziehungen, gemeinsame Entwicklung und die Überzeugung, dass verantwortungsvolles Handeln einen positiven Unterschied machen kann.
Was bedeutet fairer Handel?
Fairer Handel beschreibt eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und gegenseitigem Respekt beruht. Ziel ist es, mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel zu fördern und benachteiligten Produzentinnen und Produzenten bessere wirtschaftliche Bedingungen und mehr Mitsprache zu ermöglichen.
Diese international anerkannte FINE-Definition aus dem Jahr 2001 wird unter anderem von der World Fair Trade Organization (WFTO) getragen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen den Begriffen „Fair Trade“ und „Fairtrade“: Während „Fair Trade“ kein rechtlich geschützter Begriff ist, bezeichnet „Fairtrade“ ausschließlich das Zertifizierungssystem von Fairtrade International.
Die zehn Prinzipien des fairen Handels der WFTO
Die Mitglieder der World Fair Trade Organization (WFTO) verpflichten sich zur Einhaltung von zehn Prinzipien. Sie stellen den Menschen in den Mittelpunkt und setzen Standards für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und faire Entlohnung im internationalen Handel. DW-Shop handelt nach diesen Prinzipien des fairen Handels:
- Chancen für benachteiligte Produzent/innen:
Benachteiligte Produzentinnen und Produzenten sollen langfristigen Zugang zu internationalen Märkten erhalten. - Transparenz und Rechenschaftspflichten:
Offene Kommunikation und nachvollziehbare Entscheidungen fördern Vertrauen und Verlässlichkeit. - Faire Handelspraktiken:
Langfristige Partnerschaften und ein respektvoller Umgang stehen im Mittelpunkt. - Faire Bezahlung:
Produzentinnen und Produzenten sollen für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden. - Keine Kinder- und Zwangsarbeit:
Kinder- und Zwangsarbeit werden nicht akzeptiert. - Geschlechtergerechtigkeit, Versammlungsfreiheit und keine Diskriminierung:
Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und Vereinigungsfreiheit werden gefördert. - Gute Arbeitsbedingungen:
Gesundheitsschutz und sichere Arbeitsbedingungen sind wichtige Voraussetzungen. - Aus- und Weiterbildung:
Schulungen und Wissenstransfer unterstützen die langfristige Entwicklung der Produzentinnen und Produzenten. - Förderung des fairen Handels:
Das Bewusstsein für fairen Handel soll gestärkt werden. - Umweltschutz und Einsatz gegen Klimawandel:
Ressourcenschonendes Wirtschaften und die Reduzierung von Umweltbelastungen spielen eine wichtige Rolle.
Die Einhaltung dieser Prinzipien überprüft die WFTO über ihr mehrstufiges Guarantee System. Dazu gehören unter anderem Selbstauskünfte, Audits, gegenseitige Überprüfungen durch andere Mitglieder (Peer Reviews) sowie eine öffentliche Beschwerdestelle. Organisationen, die die Anforderungen erfüllen, erhalten den Status „Guaranteed Fair Trade“ und dürfen das WFTO-Label führen.
Was ist der Unterschied zwischen Fairtrade und WFTO?
Der wichtigste Unterschied zwischen Fairtrade und WFTO liegt im jeweiligen Ansatz:
- Fairtrade = Produktsiegel
- WFTO = Unternehmens- und Lieferkettenmodell
Fairtrade International ist ein Produktzertifizierungssystem. Einzelne Rohstoffe und Produkte – beispielsweise Kaffee, Kakao oder Baumwolle – werden nach festgelegten Standards geprüft und können anschließend das FAIRTRADE-Siegel tragen. Zentrale Elemente sind unter anderem Mindestpreise und die Fairtrade-Prämie.
Die World Fair Trade Organization (WFTO) bewertet dagegen die gesamte Organisation und ihre Geschäftspraktiken anhand der zehn Prinzipien des fairen Handels. Unternehmen, die die Anforderungen des WFTO-Guarantee-Systems erfüllen, erhalten den Status „Guaranteed Fair Trade“. DW-Shop ist weder Fairtrade-zertifiziert noch Mitglied der WFTO. Wir handeln jedoch nach den Prinzipien des fairen Handels und orientieren uns unter anderem an den zehn WFTO-Prinzipien sowie am Verhaltenskodex von amfori BSCI.
Einige Produzenten des DW-Shop, darunter Tara Projects, Hatale, Noah's Ark und Art Sol, sind zudem von der WFTO als „Guaranteed Fair Trade“ anerkannt.
DW-Shop: Fairer Handel seit 1976
DW-Shop wurde 1976 als Initiative der Deutschen Welthungerhilfe gegründet. Seitdem folgen wir dem Leitgedanken „Helfen durch Handeln“. Wir setzen auf fairen Handel und Hilfe zur Selbsthilfe, um gemeinsam mit Produzentinnen und Produzenten langfristige Perspektiven zu schaffen.
Schon lange bevor heute etablierte Audit- und Kontrollsysteme eingeführt wurden, achteten wir bei Besuchen vor Ort auf die Arbeitsbedingungen und engagierten uns für soziale Projekte in den Produktionsländern.
Faire Löhne und Sozialstandards
Faire Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen gehören zu den Grundprinzipien des fairen Handels. Ziel ist es, Produzentinnen und Produzenten sowie Beschäftigten eine faire Bezahlung und langfristig existenzsichernde Einkommen zu ermöglichen.
DW-Shop sichert soziale Mindeststandards über den Verhaltenskodex von amfori BSCI sowie regelmäßige Sozialaudits ab. Dabei werden unter anderem faire Entlohnung, geregelte Arbeitszeiten, Arbeitsschutz, Vereinigungsfreiheit, Nicht-Diskriminierung sowie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit überprüft. Im Rahmen der Audits und anhand von Lohnlisten wird kontrolliert, dass mindestens die jeweils geltenden gesetzlichen Mindestlöhne eingehalten werden. Darüber hinaus ist es das Ziel, gemeinsam mit den Produzenten eine faire Bezahlung zu fördern, die über den gesetzlichen Mindestlohn hinausgeht.
Seit 2008 ist DW-Shop Mitglied bei amfori BSCI. Seit 2023 steht den Mitarbeitenden unserer Lieferanten zudem mit „Speak for Change“ ein anonymer externer Beschwerdemechanismus von amfori zur Verfügung. So können Missstände vertraulich gemeldet und aufgearbeitet werden.
Faire Partnerschaften statt kurzfristiger Geschäftsbeziehungen
DW-Shop arbeitet überwiegend direkt und ohne Zwischenhändler mit seinen Produktionspartnern zusammen. Der direkte Austausch schafft Transparenz, stärkt das Vertrauen und ermöglicht ein besseres Verständnis für die lokalen Gegebenheiten. Mit ca.60 Produktionspartnern pflegen wir direkte Geschäftsbeziehungen.
Neue Produzenten durchlaufen einen festen Auswahlprozess. Dazu gehören die Prüfung vorhandener Sozial-Auditberichte, Besuche vor Ort sowie die Bewertung von Qualität, Preis und ESG-Kriterien. Voraussetzung für eine Zusammenarbeit sind unter anderem die Anerkennung des amfori BSCI-Verhaltenskodex sowie die schriftliche Festlegung des Produktionsstandortes. Betriebe mit besonders hohen Risiken werden konsequent ausgeschlossen.
Im Mittelpunkt stehen jedoch nicht kurzfristige Geschäftsbeziehungen, sondern langfristige und verlässliche Partnerschaften. Werden bei Audits oder Besuchen Verbesserungspotenziale festgestellt, arbeiten wir gemeinsam mit den Produzenten an Lösungen und begleiten die Umsetzung über einen längeren Zeitraum.
Gleichzeitig gilt: Respekt und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Beschäftigten sind unverzichtbar. Werden Menschen schlecht behandelt, beenden wir die Zusammenarbeit - auch dann, wenn Auditberichte keine gravierenden Auffälligkeiten zeigen.
Mehr als 60 Prozent des Einkaufsvolumens entfallen auf Partner, mit denen wir seit mehr als fünf Jahren zusammenarbeitet. 38 Prozent des Einkaufsvolumens entfallen sogar auf Partner mit einer Zusammenarbeit von mehr als zehn Jahren.
Hilfe zur Selbsthilfe in der Praxis
Fairer Handel bedeutet für DW-Shop, gemeinsam mit den Produzentinnen und Produzenten langfristige Perspektiven zu schaffen. Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke der Hilfe zur Selbsthilfe: Menschen sollen dabei unterstützt werden, ihre wirtschaftliche Situation aus eigener Kraft nachhaltig zu verbessern.
Wie dies in der Praxis aussehen kann, zeigt die langjährige Zusammenarbeit mit einem Produktionspartner in Südindien. Durch finanzielle und beratende Unterstützung beim Bau einer neuen Produktionsstätte sowie die Zusage einer langfristigen Mindestabnahmemenge konnte der Betrieb wachsen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Laufe der Zusammenarbeit von rund 14 auf etwa 30 Mitarbeitende.
Ein weiteres Beispiel ist die mehr als dreißigjährige Zusammenarbeit mit dem indischen Partner Tara Projects, der von der World Fair Trade Organization (WFTO) als „Guaranteed Fair Trade“ anerkannt ist. Tara Projects wurde gegründet, um Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern einen besseren Zugang zu internationalen Märkten zu ermöglichen. Neben der Vermarktung der Produkte stehen Qualifizierung, die Weiterentwicklung von Produktionskapazitäten und die Stärkung benachteiligter Gemeinschaften im Mittelpunkt.
Auch die Geschichte von Kazuri aus Kenia zeigt, wie fairer Handel wirken kann. Die Perlenmanufaktur wurde gegründet, um insbesondere Frauen rund um den Victoriasee wirtschaftliche Perspektiven zu eröffnen. Die Zusammenarbeit zwischen DW-Shop und Kazuri ist inzwischen beendet, das Beispiel verdeutlicht jedoch bis heute den Grundgedanken der Hilfe zur Selbsthilfe.
Diese Beispiele zeigen: Fairer Handel endet nicht mit dem Einkauf eines Produkts. Langfristige Partnerschaften, gegenseitiger Austausch und gemeinsame Entwicklung sind zentrale Bestandteile unseres Ansatzes.
Verantwortung in Zahlen (Stand: Geschäftsjahr 2024/2025)
- Seit 1976 engagiert sich DW-Shop für fairen Handel.
- Seit 2008 ist DW-Shop Mitglied bei amfori BSCI. DW-Shop pflegt direkte Geschäftsbeziehungen mit mehr als 60 Produktionspartnern.
- Mehr als 60 Prozent des Einkaufsvolumens entfallen auf Partner, mit denen DW-Shop seit mehr als fünf Jahren zusammenarbeitet.
- 38 Prozent des Einkaufsvolumens entfallen auf Partner mit einer Zusammenarbeit von mehr als zehn Jahren.
- Rund 90 Prozent der Lieferanten sind auditiert oder gleichwertig überprüft.
Häufige Fragen zum fairen Handel
Was ist fairer Handel?
Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und gegenseitigem Respekt beruht. Ziel ist es, benachteiligten Produzentinnen und Produzenten bessere wirtschaftliche Bedingungen und mehr Mitsprache zu ermöglichen sowie mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel zu fördern.
Wie funktioniert fairer Handel?
Fairer Handel basiert auf verbindlichen Prinzipien und Standards. Dazu gehören unter anderem faire Preise und Löhne, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, langfristige Partnerschaften sowie der Schutz von Umwelt und Menschenrechten. Die Einhaltung wird je nach System beispielsweise durch Sozialaudits oder das WFTO-Guarantee-System überprüft.
Was ist der Unterschied zwischen Fairtrade und WFTO?
Fairtrade ist ein Produktzertifizierungssystem. Einzelne Rohstoffe und Produkte werden nach festgelegten Standards geprüft und können das Fairtrade-Siegel tragen. Die World Fair Trade Organization (WFTO) bewertet dagegen die gesamte Organisation und ihre Geschäftspraktiken entlang der Lieferkette anhand der Prinzipien des fairen Handels.
Ist DW-Shop WFTO-Mitglied oder Fairtrade-zertifiziert?
Nein. DW-Shop ist weder Mitglied der WFTO noch Fairtrade-zertifiziert. Wir handeln jedoch nach den Prinzipien des fairen Handels und sind seit 2008 Mitglied bei amfori BSCI. Zudem arbeiten wir unter anderem mit Produzenten zusammen, die von der WFTO als „Guaranteed Fair Trade“ anerkannt sind.
Warum setzt DW-Shop auf langfristige Partnerschaften?
Langfristige Partnerschaften schaffen Vertrauen, Planungssicherheit und ermöglichen nachhaltige Verbesserungen. Viele soziale und ökologische Entwicklungen benötigen Zeit und können nur gemeinsam mit den Produzentinnen und Produzenten umgesetzt werden.
Wie überprüft DW-Shop die Arbeitsbedingungen bei seinen Produzenten?
DW-Shop nutzt verschiedene Instrumente wie Sozialaudits nach amfori BSCI. Auch andere anerkannte Audit- und Sozialstandardsysteme, beispielsweise Sedex/SMETA, WRAP, ICS oder WFTO, werden als gleichwertige Nachweise akzeptiert. Ergänzend finden regelmäßige Besuche vor Ort und ein kontinuierlicher Austausch mit den Produzenten statt. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen langfristig zu verbessern und Transparenz in der Lieferkette zu fördern.