Nachhaltigkeit
amfori BSCI – Sozialstandards in unserer Lieferkette
Faire Arbeitsbedingungen und die Achtung der Menschenrechte spielen für DW-Shop eine zentrale Rolle. Deshalb ist DW-Shop seit 2008 Mitglied bei amfori BSCI, einem international anerkannten System zur Verbesserung sozialer Standards in globalen Lieferketten.
Durch Sozialaudits, klare Verhaltensstandards und den regelmäßigen Austausch mit Produzentinnen und Produzenten unterstützt amfori BSCI Unternehmen dabei, soziale Standards kontinuierlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Für uns ist dies ein wichtiger Baustein, um gemeinsam mit unseren Partnern nachhaltige Verbesserungen zu erreichen.
Was ist amfori BSCI?
amfori BSCI (Business Social Compliance Initiative) ist ein international anerkanntes System zur Verbesserung sozialer Standards in globalen Lieferketten. Unternehmen, die Mitglied bei amfori BSCI sind, verpflichten sich zur Einhaltung eines gemeinsamen Verhaltenskodex und lassen die Bedingungen in ihren Produktionsbetrieben regelmäßig überprüfen.
Ziel von amfori BSCI ist es, menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu fördern, Risiken in Lieferketten zu erkennen und Unternehmen bei der kontinuierlichen Verbesserung sozialer Standards zu unterstützen. Damit ist amfori BSCI ein wichtiges Instrument der sozialen Sorgfaltspflicht in globalen Lieferketten.
Die dem System zugrunde liegenden Prinzipien orientieren sich unter anderem an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den OECD-Leitsätzen. Diese dienen auch als Grundlage für verschiedene gesetzliche Anforderungen an die unternehmerische Sorgfaltspflicht. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Sorgfaltspflicht in Lieferketten.
Wichtig: amfori BSCI ist weder ein Produktsiegel noch eine Zertifizierung. Zudem handelt es sich nicht um ein Fair-Trade-Garantiesystem. Vielmehr basiert amfori BSCI auf einem Verhaltenskodex, Sozialaudits, Schulungen und dem Ansatz der kontinuierlichen Verbesserung.
Weitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten zum fairen Handel und zu Zertifikaten & Standards.
Welche Themen umfasst der amfori BSCI-Verhaltenskodex?
Grundlage von amfori BSCI ist ein Verhaltenskodex, zu dessen Einhaltung sich Mitglieder und ihre Geschäftspartner verpflichten. Der Kodex orientiert sich unter anderem an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen.
Auditoren bewerten die Leistung eines Unternehmens im Rahmen von amfori BSCI in insgesamt 13 sozialen Leistungsbereichen (Performance Areas, PAs). Diese umfassen folgende Themen:
Sozialmanagement und Beziehungen am Arbeitsplatz
- Social-Management-System und Kaskadeneffekt
- Einbindung und Schutz der Arbeitnehmer
- Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen
- Keine Diskriminierung, Gewalt oder Belästigung
Wohlbefinden der Mitarbeitenden und faire Praktiken
5. Faire Vergütung
6.Angemessene Arbeitszeiten
7.Arbeitsschutz
Schutz von gefährdeten Arbeitnehmern
8. Keine Kinderarbeit
9.Besonderer Schutz für junge Arbeitnehmer
10. Keine prekäre Beschäftigung
11. Keine Zwangsarbeit und kein Menschenhandel
Ethische Praktiken
12.Umweltschutz
13.Ethisches Geschäftsverhalten
Mit der Unterzeichnung des Verhaltenskodex verpflichten sich Unternehmen zur Einhaltung dieser Anforderungen, zur kontinuierlichen Verbesserung und dazu, die Standards entlang ihrer Lieferkette weiterzugeben.
Wie überprüft amfori BSCI die Einhaltung der Sozialstandards?
Die Einhaltung des amfori-BSCI-Verhaltenskodex wird durch Sozialaudits überprüft. Dabei handelt es sich um Drittparteien-Audits, die von unabhängigen und geschulten Auditorinnen und Auditoren durchgeführt werden.
Im Rahmen eines Audits wird die Leistung eines Produktionsbetriebes anhand der 13 sozialen Leistungsbereiche des amfori-BSCI-Verhaltenskodex bewertet. Die Bewertung basiert auf verschiedenen Informationsquellen:
- die Besichtigung der Produktionsstätten,
- vertrauliche Gespräche mit Beschäftigten sowie
- die Prüfung von Dokumenten wie Arbeitsverträgen, Lohnabrechnungen oder Arbeitszeitnachweisen
Ein Audit umfasst typischerweise eine Eröffnungsbesprechung, die Begehung des Betriebes, Interviews mit Mitarbeitenden, die Dokumentenprüfung sowie eine Abschlussbesprechung. Werden Abweichungen von den Anforderungen des Verhaltenskodex festgestellt, werden Korrekturmaßnahmen definiert und deren Umsetzung im Rahmen weiterer Überprüfungen begleitet.
Das Ergebnis wird in einem Auditbericht dokumentiert und bewertet. Je nach Ergebnis finden Folge-Audits in unterschiedlichen Zeitabständen statt. Ziel von amfori BSCI ist nicht die einmalige Kontrolle eines Betriebes, sondern die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Unterstützung von Unternehmen bei der Umsetzung ihrer sozialen Sorgfaltspflichten.
„Speak for Change“: Beschwerdemechanismus von amfori BSCI
Sozialaudits sind ein wichtiges Instrument zur Überprüfung von Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig können sie immer nur einen bestimmten Zeitpunkt abbilden. Deshalb gewinnen zusätzliche Beschwerdemechanismen zunehmend an Bedeutung.
Mit „Speak for Change“ hat amfori einen externen Beschwerdemechanismus geschaffen, über den Beschäftigte in Produktionsbetrieben vertraulich auf Missstände oder mögliche Verstöße gegen soziale Standards aufmerksam machen können. Das Programm ergänzt bestehende betriebliche Beschwerdewege und unterstützt den Zugang zu Abhilfe im Sinne der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.
Wir informieren die amfori-BSCI auditierten Lieferanten zusätzlich über „Speak for Change“, sofern das Programm in der jeweiligen Region verfügbar ist. Beschwerdemechanismen wie „Speak for Change“ ergänzen Sozialaudits und den direkten Austausch vor Ort. Sie können dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und geeignete Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.
DW-Shop und amfori BSCI
DW-Shop ist seit 2008 Mitglied bei amfori BSCI. Das System unterstützt uns dabei, soziale Standards in der Lieferkette systematisch zu überprüfen und gemeinsam mit unseren Produktionspartnern kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Grundsätzlich verlangen wir von unseren Produzenten einen aktuellen Sozial-Auditbericht. Dabei muss es sich nicht zwingend um ein amfori-BSCI-Audit handeln. Auch andere anerkannte Audit- und Sozialstandardsysteme, beispielsweise Sedex/SMETA, WRAP, ICS oder WFTO, werden als gleichwertige Nachweise akzeptiert.
Bei Produzenten, von denen wir nur Kleinstmengen beziehen, kann ein formales Audit im Einzelfall entfallen. Unabhängig davon werden soziale Standards aber auch dort thematisiert und – soweit möglich – im Rahmen von Besuchen vor Ort überprüft.
Für uns bilden Auditberichte eine wichtige Grundlage zur Bewertung von Sozialstandards. Gleichzeitig werden die Ergebnisse durch regelmäßige Besuche vor Ort sowie den direkten Austausch zwischen Einkauf, CSR-Team und Produzenten ergänzt.
Werden bei Audits oder Besuchen vor Ort Verbesserungspotenziale festgestellt, suchen wir das Gespräch mit unseren Produzenten und vereinbaren gemeinsam geeignete Maßnahmen. Deren Umsetzung begleiten wir über einen längeren Zeitraum. Denn unser Ziel ist nicht die einmalige Kontrolle, sondern die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Ergänzend zu den Anforderungen von amfori BSCI haben wir eigene interne Richtlinien entwickelt, die die Erwartungen an die Zusammenarbeit mit Produzenten zusätzlich konkretisieren.
Häufige Fragen zu amfori BSCI
Was ist amfori BSCI?
amfori BSCI (Business Social Compliance Initiative) ist ein mitgliederbasiertes System zur sozialen Sorgfaltspflicht in globalen Lieferketten. Es basiert auf einem Verhaltenskodex, Sozialaudits und dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung. Ziel ist es, soziale Standards zu fördern und Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Sorgfaltspflichten zu unterstützen. amfori BSCI ist keine Zertifizierung.
Was steht im amfori-BSCI-Verhaltenskodex?
Der amfori-BSCI-Verhaltenskodex umfasst 13 soziale Leistungsbereiche (Performance Areas). Grundlage sind unter anderem die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen.
Wie läuft ein amfori-BSCI-Audit ab?
Ein amfori-BSCI-Audit ist ein unabhängiges Sozialaudit, bei dem die Leistung eines Produktionsbetriebes in 13 sozialen Leistungsbereichen bewertet wird. Der Fragenkatalog umfasst insgesamt 81 Fragen. Die Bewertung basiert auf verschiedenen Informationsquellen, darunter die Besichtigung der Produktionsstätten, vertrauliche Gespräche mit Beschäftigten sowie die Prüfung von Dokumenten wie Arbeitsverträgen, Lohnabrechnungen und Arbeitszeitnachweisen. Das Ergebnis wird in einem Auditbericht mit einer Bewertung von A bis E dokumentiert. In der Regel werden die Produzenten jährlich auditiert. Bei kritischen Befunden kann bereits nach wenigen Monaten ein Folge-Audit stattfinden, bei sehr guten Ergebnissen kann das Prüfintervall auf bis zu zwei Jahre verlängert werden.
Ist man „amfori-BSCI-zertifiziert“?
Nein. amfori BSCI ist keine Zertifizierung und vergibt kein Produktsiegel. Unternehmen können daher nicht „BSCI-zertifiziert“ sein. Vielmehr handelt es sich um ein System zur Überprüfung und kontinuierlichen Verbesserung sozialer Standards in Lieferketten.
Bedeutet ein amfori-BSCI-Audit automatisch faire Löhne und faire Arbeitsbedingungen?
Nein. Ein amfori-BSCI-Audit überprüft unter anderem die Einhaltung gesetzlicher Mindestlöhne, Branchenstandards sowie weitere soziale Anforderungen. Gleichzeitig ist ein Audit immer nur eine Momentaufnahme und keine Garantie für dauerhaft faire Arbeitsbedingungen. Ziel von amfori BSCI ist es, Verbesserungen anzustoßen und Unternehmen bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung sozialer Standards zu unterstützen.