Kaftan für Damen – Herkunft, Stile und Kaufberatung
Der Kaftan gehört zu den ältesten Kleidungsstücken, die bis heute getragen werden. Was als Gewand an persischen und osmanischen Höfen begann, ist längst fester Bestandteil der Sommergarderobe. Dieser Beitrag erklärt, was einen Kaftan ausmacht, woher er kommt und worauf Sie beim Kauf achten können.
Kaftan im Überblick
👗 Was es ist: Ein langes, weit geschnittenes Gewand mit langen oder weiten Ärmeln, traditionell von Frauen und Männern getragen
🌍 Herkunft: Vermutlich im alten Persien entstanden, später über Zentral- und Westasien verbreitet; nach Marokko gelangte er wahrscheinlich im 16. Jahrhundert
🗣️ Wortherkunft: Vom persischen „khaftān“; über das türkische „kaftan“ kam der Begriff im späten 16. Jahrhundert nach Europa
🏛️ Kulturerbe: Der marokkanische Kaftan wurde am 10. Dezember 2025 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen
☀️ Typische Materialien: Für den Sommer Baumwolle, Leinen und Viskose; für festliche Anlässe traditionell Seide, Satin, Samt oder Brokat
👜 Passende Anlässe: Alltag, Strand und Urlaub, Sommerfeiern sowie Hochzeiten als Gast
Was ist ein Kaftan?
Ein Kaftan ist ein langes, weit geschnittenes Gewand mit langen oder weiten Ärmeln. Charakteristisch sind der lockere Schnitt, der den Körper umspielt statt ihn einzuengen, und die fließende Linie von der Schulter bis zum Saum. Getragen wird er entweder über den Kopf oder vorne geöffnet wie ein Überwurf.
Traditionell tragen Frauen und Männer den Kaftan, entweder als Übergewand über weiteren Schichten oder als eigenständiges Kleid. In warmen Regionen erfüllt der weite Schnitt eine praktische Funktion: Er lässt Luft zirkulieren und bedeckt gleichzeitig die Haut. Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet „Kaftan“ heute meist ein weites Sommerkleid in ethno-inspirierter Optik, in Längen von hüftlang bis bodenlang. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnung Kaftankleid sowie die französische und englische Schreibweise Caftan.
Kaftan, Tunika, Djellaba – wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden häufig vermischt, meinen aber unterschiedliche Kleidungsstücke:
Tunika – deutlich kürzer, endet meist auf Hüft- oder Oberschenkelhöhe und wird typischerweise über Hose oder Leggings getragen.
Djellaba – nordafrikanisches Gewand mit einer spitzen Kapuze, dem sogenannten Qob. Fehlt die Kapuze, handelt es sich nicht um eine Djellaba.
Takchita – marokkanisches Festkleid aus mindestens zwei Lagen: einem Unterkleid (Tahtiya) und einem offenen, meist reich verzierten Überkleid (Dfina). Dazu gehört ein breiter Gürtel, die Mdamma. Der Kaftan ist im Unterschied dazu einteilig.
Der Kaftan als orientalisches Kleidungsstück
Unter orientalischer Kleidung werden im deutschen Sprachgebrauch Gewänder zusammengefasst, die aus West- und Zentralasien oder Nordafrika stammen oder sich daran anlehnen. Der Kaftan ist davon das bekannteste Stück, steht aber neben Abaya, Djellaba, Tunika und Takchita. Gemeinsam ist ihnen der weite, fließende Schnitt.
Wenn von einem orientalischen Kaftan für Damen die Rede ist, ist damit eine Stilrichtung gemeint: weite Ärmel, fließende Formen und Muster wie Paisley, florale oder geometrische Ornamente. Eine geschützte Herkunftsangabe ist der Begriff nicht.
Herkunft und Geschichte des Kaftans
Wortherkunft und Ursprung
Das Wort geht auf das persische „khaftān“ zurück. Über das türkische „kaftan“ gelangte es ins Arabische („qafṭān“) und in europäische Sprachen. Belegt ist der Begriff im Englischen seit dem späten 16. Jahrhundert, als damit die langen Zeremonialgewänder des osmanischen Hofes bezeichnet wurden.
Die Fachliteratur ordnet den Ursprung des Kleidungsstücks überwiegend dem alten Persien zu. Von dort verbreitete sich die Grundform über Zentral- und Westasien und wurde von zahlreichen Kulturen aufgegriffen und angepasst.
Der Kaftan im Osmanischen Reich
Im Osmanischen Reich wurde der Kaftan zum Statuskleidungsstück. Aufwendig gearbeitete Gewänder aus Seidenbrokat und Samt zeigten Rang und Würde ihrer Trägerinnen und Träger. Am Topkapı-Palast wurden Kaftane zudem als Ehrengeschenke an Gesandte und bedeutende Gäste vergeben.
Der marokkanische Kaftan
Nach Marokko kam der Kaftan vergleichsweise spät, wahrscheinlich im 16. Jahrhundert. Eine wichtige Rolle spielte dabei Al-Andalus: Andalusische Flüchtlinge brachten Textiltraditionen in Städte wie Fès, Tétouan und Rabat mit. Getragen wurde der Kaftan dort zunächst vor allem von der städtischen Oberschicht, von Gelehrten und hohen Würdenträgern.
Bis heute ist der Kaftan in Marokko ein Kleidungsstück für Hochzeiten und religiöse Feste. Das zugehörige Handwerk hat eine eigene Fachsprache: geflochtene Borten (Sfifa), handgearbeitete Knopfverschlüsse (Aakad) und Stickereien mit Metallfäden.
Am 10. Dezember 2025 nahm der Zwischenstaatliche Ausschuss der UNESCO den marokkanischen Kaftan unter dem Titel „Marokkanischer Kaftan: Kunst, Traditionen, Fertigkeiten“ in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.
Wie der Kaftan in die westliche Mode kam
Bekannt wurde der Kaftan in Europa und den USA über die Mode der 1960er-Jahre. Diana Vreeland, damals Chefredakteurin der amerikanischen Vogue, schrieb ausführlich über marokkanische Mode; im Juli 1966 widmete das Magazin dem Kaftan eine eigene Strecke.
Parallel entwickelte eine Generation marokkanischer Designerinnen den Kaftan weiter, darunter Naima Bennis, Zina Guessous und Tamy Tazi. Sie arbeiteten mit leichteren Stoffen und reduzierten Schnitten. Ihre Entwürfe wurden unter anderem von Jacqueline Kennedy, Catherine Deneuve und Talitha Getty getragen. Nach seiner Marrakesch-Reise 1968 griff auch Yves Saint Laurent den Kaftan auf.
Aus dieser Zeit stammt das Bild, das bis heute prägt: der Kaftan als leichtes, farbenfrohes Sommergewand.
Kaftan-Stile: Längen und Schnitte
Kaftane unterscheiden sich vor allem in Länge, Weite und Ärmelform.
Kurze Kaftane und Kaftan-Tuniken enden auf Hüft- oder Oberschenkelhöhe und lassen sich gut mit Hose oder Leggings kombinieren.
Knielange und wadenlange Modelle sind die alltagstauglichste Variante und funktionieren im Urlaub ebenso wie zu Hause.
Lange Kaftane reichen bis zum Knöchel oder auf den Boden und wirken am festlichsten.
Offene Kaftane werden wie ein leichter Überwurf über Kleid, Shirt oder Badebekleidung getragen.
Je weiter die Ärmel, desto traditioneller die Anmutung.
Kaftan kaufen – worauf Sie achten sollten
Das Material bestimmt das Tragegefühl
Für warme Tage eignen sich Materialien, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder an die Umgebung abgeben können:
Baumwolle ist robust, hautfreundlich und meist unkompliziert in der Pflege.
Leinen gilt als besonders atmungsaktiv und wird häufig als angenehm kühl empfunden. Die charakteristische Knitteroptik gehört dazu.
Viskose fällt weich und fließend und lässt sich sehr gut bedrucken. Sie zählt nicht zu den klassischen Naturfasern, sondern zu den Fasern natürlichen Ursprungs auf Zellulosebasis.
Bei festlichen Kaftanen kommen traditionell Seide, Satin, Samt oder Brokat zum Einsatz. Diese Materialien wirken edler, sind in der Pflege aber aufwendiger.
Mehr erfahren im Material-Lexikon: Bio-Baumwolle, Leinen und Viskose
Sommer, Strand und Alltag
Am Strand hat der Kaftan einen praktischen Vorteil: Er ist schnell übergeworfen, bedeckt die Schultern und lässt trotzdem Luft an die Haut. Leichte Modelle nehmen im Koffer kaum Platz ein.
Im Alltag funktionieren knielange Kaftane gut zu Leggings oder einer schmalen Hose. Ein Gürtel in der Taille gibt dem weiten Schnitt bei Bedarf Form.
Kaftan zur Hochzeit – als Gast gut angezogen
Als Hochzeitsgast ist ein Kaftan eine bequeme Alternative zum figurbetonten Kleid, gerade bei sommerlichen Feiern im Freien. Drei Punkte helfen bei der Auswahl:
Dresscode klären. Bei einer formellen Feier passt ein langes, einfarbiges oder dezent gemustertes Modell besser als ein bunter Strandkaftan.
Weiß vermeiden. Wie bei jedem Gastoutfit gilt: Die Farbe der Braut bleibt der Braut vorbehalten.
Accessoires dosieren. Ist der Kaftan bereits gemustert oder verziert, wirkt dezenter Schmuck stimmiger.
Größe und Passform
Weil Kaftane weit geschnitten sind, werden sie mitunter in Einheitsgrößen angeboten. Verlässlicher ist die Größentabelle: Messen Sie Brust-, Taillen- und Hüftumfang und gleichen Sie die Werte mit den Angaben des Anbieters ab. Wichtiger als die Weite ist ohnehin meist die Länge, weil sie die Gesamtproportion bestimmt.
Pflege und Langlebigkeit
Maßgeblich sind immer die Hinweise auf dem Pflegeetikett. Baumwolle und Viskose vertragen meist einen Schonwaschgang bei niedriger Temperatur; Modelle mit Perlen, Pailletten oder aufwendigen Stickereien besser eine Handwäsche. Kleine Löcher oder gelöste Nähte bedeuten nicht das Ende eines Kaftans: Oft lässt er sich mit wenigen Handgriffen reparieren.
Kaftane von DW-Shop
Kaftane gehören seit vielen Jahren zu den Kollektionen von DW-Shop, als Sommerkleid ebenso wie als Strandüberwurf oder als leichte Alternative zum Abendkleid. Schnitte und Dessins entwickelt unser Designteam in Deutschland, gefertigt wird bei langjährigen Produktionspartnern. Unsere Kaftane sind in den Größen 36 bis 58 erhältlich.
Bei den Materialien setzen wir auf Naturfasern und Fasern natürlichen Ursprungs. Unsere Baumwoll-Kaftane bestehen aus Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (k.b.A.); bei Viskose stellen wir schrittweise auf zertifizierte Qualitäten um.
Bei jeder eingehenden Lieferung kontrollieren wir stichprobenartig 10 bis 20 Teile je Artikel auf Verarbeitung, Maße und Kennzeichnung. Seit 2008 ist DW-Shop Mitglied bei amfori BSCI und lässt die Arbeitsbedingungen in den Produktionsbetrieben durch unabhängige Sozialaudits überprüfen. Mehr als 60 Prozent unseres Einkaufsvolumens entfallen auf Produzenten, mit denen wir seit über fünf Jahren zusammenarbeiten.
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Häufige Fragen zum Kaftan
Was ist ein Kaftan?
Ein Kaftan ist ein langes, weit geschnittenes Gewand mit langen oder weiten Ärmeln, das über den Kopf oder vorne geöffnet getragen wird. Traditionell tragen ihn Frauen und Männer, entweder als Übergewand oder als eigenständiges Kleid. Der lockere Schnitt umspielt den Körper und lässt Luft zirkulieren.
Woher kommt der Kaftan?
Das Kleidungsstück stammt nach überwiegender Auffassung der Fachliteratur aus dem alten Persien und verbreitete sich von dort über Zentral- und Westasien. Das Wort geht auf das persische „khaftān“ zurück und gelangte über das Türkische nach Europa. Nach Marokko kam der Kaftan wahrscheinlich im 16. Jahrhundert.
Was bedeutet das Wort Kaftan?
Der Begriff geht auf das persische „khaftān“ zurück und gelangte über das türkische „kaftan“ ins Arabische und in europäische Sprachen. Bezeichnet wird damit ein langes, weites Gewand. Im Englischen und Französischen ist die Schreibweise Caftan gebräuchlich.
Was ist ein orientalischer Kaftan?
Gemeint ist eine Stilrichtung, die sich an Schnitten und Dessins West- und Zentralasiens sowie Nordafrikas orientiert: weite Ärmel, fließende Formen und Muster wie Paisley, florale oder geometrische Ornamente. Eine geschützte Herkunftsangabe ist der Begriff nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Kaftan und Djellaba?
Die Djellaba ist ein nordafrikanisches Gewand mit spitzer Kapuze, dem Qob. Der Kaftan hat keine Kapuze. Die Djellaba gilt eher als Alltagskleidung, der Kaftan wird traditionell zu festlichen Anlässen getragen.
Kann man einen Kaftan zur Hochzeit tragen?
Ja. Als Gast ist ein Kaftan besonders bei sommerlichen Feiern eine bequeme Alternative zum klassischen Kleid. Wählen Sie ein längeres, dezenter gemustertes Modell, wenn der Dresscode formeller ist, und verzichten Sie auf Weiß.
Welches Material eignet sich für einen Sommerkaftan?
Für warme Tage eignen sich Baumwolle, Leinen und Viskose. Alle drei nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder an die Umgebung ab, was als angenehm empfunden wird. Leinen gilt als besonders kühl, Viskose fällt besonders fließend.
Wie trägt man einen Kaftan im Alltag?
Knielange Modelle lassen sich gut mit Leggings oder einer schmalen Hose und flachen Sandalen kombinieren. Ein Taillengürtel gibt dem weiten Schnitt bei Bedarf Form.
Welche Größe braucht man bei einem Kaftan?
Da Kaftane weit geschnitten sind, ist die Größenwahl weniger heikel als bei figurbetonter Kleidung. Verlassen Sie sich dennoch nicht auf Ihre gewohnte Konfektionsgröße, sondern messen Sie nach und nutzen Sie die Größentabelle des Anbieters.
Wie wäscht man einen Kaftan?
Das hängt vom Material ab; maßgeblich ist das Pflegeetikett. Baumwolle und Viskose vertragen häufig einen Schonwaschgang bei niedriger Temperatur. Viskose sollte nicht gewrungen und in Form getrocknet werden. Modelle mit Perlen, Pailletten oder aufwendigen Stickereien werden besser von Hand gewaschen oder gereinigt.
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