Nachhaltigkeit
Bethlehem Star: Jahrhundertealtes Kunsthandwerk ist bedroht
Olivenschnitzerei blickt in der Geburtsstadt Jesu auf eine lange Tradition zurück. Überlieferungen zufolge haben bereits im 4. Jahrhundert Mönche Rosenkränze aus Olivenkernen gefertigt. Um 1500 wurde das Handwerk dann verfeinert. Die Franziskaner holten Schnitzer aus Florenz ins heilige Land und mit ihnen das Know How komplexer Holzbearbeitung. So dürften kunstvolle Weihnachtskrippen historisch betrachtet als echte "Dauerbrenner" bezeichnet werden.
Das Projekt auf einen Blick
- Manufaktur gegründet 1971
- Sitz in Bethlehem
- Material: Olivenholzzweige, direkt nach der Ernte geschnitten
- Handwerkstradition seit dem 4. Jahrhundert
Vom Olivenzweig zum Unikat
Eine Handwerkskunst unter Druck
Über Generationen hinweg konnten die zumeist christlichen Palästinenser von ihrer Handwerkskunst gut leben. Im Jahr 2000 änderte sich die Situation schlagartig: Bethlehem wurde zum Sperrgebiet erklärt und ist inzwischen weitestgehend von einer Mauer umgeben. Verlassen werden darf die Region nur noch mit Erlaubnis der israelischen Regierung. Entsprechend radikal sank die Zahl von Pilgern sowie Touristen und mit ihnen die Kundschaft für Holzschnitzkunst.
Inzwischen fehlt es den Handwerkern am Nötigsten. Schon im Sommer können viele Familien die Stromrechnung nicht mehr bezahlen. Logischerweise bleibt die Heizung im Winter kalt. Erkältungskrankheiten werden so schnell chronisch, da Medikamente unerschwinglich sind. Ein weiteres Problem stellt die Bildung dar. Kaum eine Familie ist in der Lage, für ihre Kinder das Schulgeld an den christlichen Schulen oder Universitäten aufzubringen. Eine große Zahl Christen hat vor dem Druck bereits kapituliert und Bethlehem verlassen. Viele jedoch haben sich ganz bewusst dafür entschieden zu bleiben, um für ihren christlichen Glauben am Geburtsort Jesu weiter Zeugnis zu geben.
Ein Zeichen gegen Resignation
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Olivenholz-Krippe 6-tlg.
Olivenholz-Skulptur