MESH Indien: Über 40 Jahre gelebte Inklusion durch traditionelles Handwerk
Maximising Employment to Serve the Handicapped (MESH) beweist seit 1981, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Inklusion untrennbar miteinander verbunden sein können. Als neuer Partner des DW-Shops steht diese Fair-Trade-Organisation für eine bemerkenswerte Mission: Menschen mit Behinderungen und von Lepra betroffenen Menschen durch fairen Handel Würde, Selbstbestimmung und nachhaltige Lebensgrundlagen zu ermöglichen.
Ein Pionier der inklusiven Wirtschaft
MESH mit Sitz in Delhi ist weit mehr als eine Fair-Trade-Organisation – es ist ein soziales Unternehmen, das über vier Jahrzehnte hinweg Leben verändert hat. Die Organisation arbeitet mit etwa 25 autonomen Gruppen in ganz Indien zusammen: von Selbsthilfegruppen über Lepra-Kolonien bis hin zu größeren NGOs und Werkstätten, in denen Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam arbeiten.Die Vision ist klar und kraftvoll: Selbstständigkeit für alle Partner und Partnerinnen. Die Mission: Menschen mit Behinderungen oder von Lepra betroffenen Menschen die Möglichkeit zu geben, durch Handel soziale und wirtschaftliche Integration zu erreichen.

Traditionelles Handwerk als Weg zur Selbstbestimmung
Die handgewebten Textilien und kunsthandwerklichen Produkte von MESH entstehen in einem Prozess, der seit über tausend Jahren nahezu unverändert geblieben ist. In Webereien wie KUKA, einer 1966 gegründeten Lepra-Kolonie in Nordindien, entstehen hochwertige Küchentextilien und Heimtextilien in aufwendiger Handarbeit.Jeder einzelne der über tausend Kettfäden eines Geschirrtuchs wird individuell durch Metallösen gefädelt. Die Weber sitzen auf schmalen Holzbänken, bedienen mit ihren Füßen die Pedale, die die Webschäfte heben, und führen rhythmisch das Webschiffchen durch die Kettfäden. Es ist eine körperlich anspruchsvolle Arbeit, die höchste Konzentration und Geschicklichkeit erfordert – und die Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen meistern.
Beeindruckende Geschichten der Transformation
Die Erfolgsgeschichten von MESH sind zutiefst bewegend. Da ist Adamma, die trotz fehlender Finger einen Weg fand, Spulen in der Weberei zu wickeln, weil sie arbeiten wollte. Oder der junge Mann mit Autismus, der gemeinsam mit einem Kollegen wunderschöne Blockdruck-Stoffe kreiert. Und Rohit, der trotz zerebraler Lähmung seit über 20 Jahren Kunden im MESH-Laden in Delhi bedient.Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in den Lepra-Gemeinschaften: Dank effektiver Behandlungsmethoden seit 1984 gibt es heute kaum noch neue Lepra-Patienten, die auf geschützte Arbeitsplätze angewiesen sind. Dies ist ein Erfolg der modernen Medizin – und gleichzeitig eine neue Herausforderung für MESH, das sich verstärkt Menschen mit intellektuellen und Entwicklungsstörungen wie Autismus oder Down-Syndrom zuwendet.
Nachhaltigkeit trifft auf faire Preise
MESH steht vor den gleichen Herausforderungen wie alle Fair-Trade-Organisationen: steigende Rohstoffpreise, wachsende Kundenanforderungen und die Balance zwischen Nachhaltigkeit und Marktfähigkeit. Die Organisation arbeitet kontinuierlich daran, diese Herausforderungen zu meistern – etwa durch die Verwendung von Bio-Baumwolle aus Südindien oder die Optimierung traditioneller Färbeverfahren die internationale Sicherheitsstandards erfüllen.Trotz dieser Herausforderungen bleibt MESH seinem Grundprinzip treu: Die Würde der Arbeit und die Bedürfnisse der Menschen stehen im Mittelpunkt.Selbst verhandelte Stückpreise sichern den Arbeitern ein stabiles Einkommen, während gleichzeitig höchste Qualitätsstandards eingehalten werden.
